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Leistung muss sich lohnen

verfasst von HorstRasner am 2008-01-14 14:44:30, zu Kategorie: Industrieland Österreich
Wien: Die Industrie spricht sich nachdrücklich für die Entlastung der Leistungsträger in Österreich im Zuge der kommenden Steuerreform aus. „Jetzt – in der noch guten Konjunktur – müssen wir die Entlastung erwirtschaften und dürfen die „Manövriermasse“ nicht durch zu viele zusätzliche Ausgaben gefährden. Im Zentrum muss stehen, dass sich Leistung lohnen muss“, betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Montag, anlässlich aktueller Aussagen von Regierungsvertretern.

„Es gilt jetzt insbesondere an die Leistungsträgerinnen und -träger zu denken, die in vielen immer stärker internationalisierten Unternehmen – welche in hohem Maß unseren Wohlstand erwirtschaften – oder der Verwaltung eine Schlüsselrolle einnehmen. Ein Höchststeuersatz von 50 Prozent wirkt für potenzielle Spitzenkräfte und damit auch Unternehmen abschreckend und verteuert das Bruttogehalt, das durch österreichische Betriebe bezahlt werden muss“, erklärte Beyrer. Er verwies in dem Zusammenhang auf die intensiven aktuellen Bemühungen etwa Tschechiens zur Attraktivierung des Steuersystems. Es gäbe bereits jetzt Unternehmen, die aufgrund der heimischen Spitzensteuersätze teilweise Headquarterfunktionen in Prag oder Budapest ansiedeln oder dort belassen. Deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden wegen der Steuerbelastung oft nicht nach Österreich kommen wollen beziehungsweise sei es für die Unternehmen zu teuer, die Spitzenkräfte nach Österreich zu holen. „Wer diese Signale nicht erkennt“, so Beyrer, „der muss mit wirtschaftspolitischer Blindheit geschlagen sein“.


Auf das oberste Prozent der Steuerpflichtigen würden neun Prozent des Einkommens und 19 Prozent der gesamten Steuerleistung entfallen. Die Gruppe jener, die unter den Spitzensteuersatz fallen, habe sich seit 1989 verdoppelt. Heute zahlen rund 350.000 Personen den Spitzensteuersatz, sodass man nicht mehr von einer Steuer für „Reiche“ sprechen könne, betonte der IV-Generalsekretär. Österreich habe mit 42 Prozent des BIP (2005) immer noch die sechsthöchste Gesamtabgabenquote der EU-27. Der EU-Durchschnitt liege bei 39,6 Prozent. Aus Sicht der Industrie sei klar, „dass Klein- und Mittelverdiener über eine Senkung der Arbeitszusatzkosten zu entlasten sind. Gleichzeitig ist die Steuerstruktur zu kompliziert und nicht zeitgemäß“, so der IV-Generalsekretär. Mittlerweile würden in Österreich 2,55 Millionen Personen – 43 Prozent – überhaupt keine Lohn- oder Einkommensteuer mehr bezahlen. Dies bedeute „als deutliches Signal an den Mittelstand“ eine notwendige Senkung des Spitzensteuersatzes zumindest auf 45 Prozent. Gleichzeitig sei die Erhöhung der Einkommensgrenze, ab welcher dieser gilt, auf 100.000 Euro erforderlich. Der IV-Generalsekretär betonte, die Kosten der Steuerreform würden sich – wie etwa auch bei der gesenkten Körperschaftssteuer –, längerfristig in hohem Ausmaß selbst finanzieren, weil sich Reformen positiv auf andere Steuerkategorien auswirkten. Gleichzeitig seien natürlich weiterhin umfassende Einsparungen im öffentlichen Bereich notwendigen, so Beyrer.


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Bild: IV Newsroom 


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