Festo unterstützt Initiative Mädels auf Technik Rallye
Wien / Linz: Der Bedarf in qualifizierten Facharbeitern und Spezialisten ist ungebrochen. Es ist klar: Technikerinnen braucht das Land! Eine oberösterreichische Initiative zeigt Mädchen, welche Chancen technische Berufe bieten und dass Technik Spaß macht. In der Mechatronik eine Aufgabe für Festo. Geht’s um die Berufsentscheidung sind die meisten jungen Mädchen noch immer von traditionellen Vorstellungen geleitet. Sozialberufe, im kaufmännischen Bereich oder Friseurin, das sind die häufigsten Antworten auf die Frage nach den Vorstellungen für die Zukunft. Die Zahl der Mädchen, die in diese Berufsfelder vordringt ist entsprechend groß – wenige freie Stellen, niedrige Gehälter und mäßige Aufstiegmöglichkeiten sind die Folge. Der Berufswahl ist maßgeblich entscheidend für das ganze Leben eines Menschen, um so wichtiger ist es, Mädchen für Berufe mit guten Chancen für die Zukunft zu begeistern – Technik bietet top Aussichten.
Nach Schätzungen der WKO und des AMS fehlen bis 2009 rund 50.000 qualifizierte Fachkräfte in Österreich. Ob in der Entwicklung, dem Anlagenbau oder dem Service – qualifizierte Technikerinnen und Techniker sind schon heute dringend gesucht. Ausgezeichnete Aussichten, für junge Menschen vor der Berufsentscheidung. „Technik Rallye“, so heißt eine Initiative des Instituts für Ausbildungs- und Beschäftigungsberatung, die im Auftrag des AMS (Arbeitsmarktservice) in Ober- und Niederösterreich veranstaltet wird. Im Mittelpunkt stehen dabei Mädchen, der handwerkliche Umgang mit Technik und der Abbau von Berührungsängsten.
Die Technik Rallye richten sich an Mädchen vor der Berufswahl, also die 7. und 8. Schulstufe. Ziel ist, das Interesse der Mädchen für technische Berufe zu wecken und damit ihre Berufs- und Einkommenschancen zu erhöhen. Elke Polland, Projektkoordinatorin beim Institut für Ausbildungs- und Beschäftigungsberatung: „Durch praktisches Erfahren von Arbeitsequenzen aus technisch-handwerklichen Berufen werden Barrieren abgebaut, die Mädchen oft daran hindern, diese Berufe in der Berufswahlphase überhaupt in Erwägung zu ziehen. Der Erfolg beim Fertigen der Werkstücke macht die technisch-handwerklichen Fähigkeiten von Mädchen sichtbar und stärkt damit ihr Selbstbewusstsein.“
EDV, Elektronik, Holz, Kunststoff, Mechatronik, Metall – für diese Themen werden Stationen im Rahmen der Technik-Rallye angeboten. Jeweils drei dieser Technik-Bereiche werden in den Rallyes vorgestellt. 15 Mädchen besuchen in Gruppen zu 5 Personen jeweils 3 Stationen, wo Trainerinnen aus dem Fachbereich auf sie warten. Im Bereich Mechatronik sind das beispielsweise Mechatronik-Studentinnen, die den Mädchen mehr über ihre Berufswahl und Ausbildung erzählen. Selbstverständlich wird’s dabei auch handwerklich, denn in den 40 Minuten, die für jede Station zur Verfügung stehen, gibt’s Technik zum Anfassen – so auch bei einer Technik Ralley, die vor kurzem in Linz stattfand.
Elektronik, Mechatronik und Holz, das waren die Technik-Bereiche, die insgesamt 45 Mädchen in Linz kennen gelernt haben. Wurde zunächst über technische Berufe und die Chancen mit einer technischen Ausbildung informiert, ging es dann gruppenweise durch die Stationen. Bei fünf Mädchen aus der Brucknerschule der Franziskanerinnen in Linz stand die Bearbeitung des natürlichen Werkstoffs Holz am Anfang der Rallye. Die Berührungsängste zu Hobel und elektrischer Schleifmaschine waren schnell abgebaut. Messen, schneiden, schleifen, hobeln – schon war ein Bilderhalter zum nach Hause mitnehmen selbst gefertigt. Nach dem Herstellen einer Blinkbrosche im Bereich „Elektronik“, wo eine einfache Schaltung aufgebaut und selbst verlötet wurde, konnten die Mädchen dann Mechatronik-Luft schnuppern.
Auf einer MPS Übungsstation von Festo Didactic erfuhren die 13- bis 14-Jährigen, was man mit Luft alles machen kann. Im Mittelpunkt steht dabei das Verteilen und Vereinzeln von Werkstücken. Zunächst gilt es anhand eines Schaltplans die einzelnen Komponenten auf der Station zu finden. Die Mädchen erkennen dabei die Steuerungsgeräte, das Einschaltventil, das Stapelmagazin, den Schwenkarm, den Umsetzer bzw. den Vakuumsauger und verschlauchen die Station, um die Komponenten zu verbinden. Ist das geschafft, kann der pneumatische Antrieb getestet werden. Wurde alles richtig gemacht, werden kleine Döschen mittels Vakuumsauger aufgenommen und transportiert. Mechatronik in der Praxis – Spaß und Spannung inklusive. Und was sagen die Mädchen dazu? Anna, 14 Jahre, wurde gerade von einem pneumatischen Zylinder gehoben: „Toll – ich hätte nie gedacht, dass Luft soviel Kraft haben kann!“
Bilder: Festo



